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Beschreibung des Bearbeitungsgebietes Mittelrhein
Lage und Grenzen Das Bearbeitungsgebiet Mittelrhein ist Bestandteil der Flussgebietseinheit Rhein. Es erstreckt sich von der Nahemündung bei Bingen, welche die südliche Grenze zum Bearbeitungsgebiet Oberrhein darstellt, bis Bad Honnef, an der das des Niederrheins beginnt. Das größte Nebengewässer des Mittelrheins ist die Mosel. Sie bildet mit der Saar ein eigenständiges Bearbeitungsgebiet. Der Mittelrhein umfasst ohne die Mosel eine Gebietsfläche von ca. 13.548 km². Mit ca. 8.040 km² liegt der größte Teil des Bearbeitungsgebietes in Rheinland-Pfalz gefolgt von Hessen mit einem Anteil von ca. 4.974 km². Nebenstehende Karte zeigt das Bearbeitungsgebiet des Mittelrheins, Teil Hessen und stellt die größeren Fließgewässer im Gebiet dar. Die wichtigsten Flusssysteme sind die Lahn mit den Teileinzugsgebieten von Ohm, Dill und Weil.
Naturräumliche Gliederung
Das Mittelrheinbearbeitungsgebiet, Teil Hessen ist ein vielfältig gegliederter Naturraum. Im Südwesten reichen die Ausläufer des Taunus in das Gebiet hinein. Das Limburger Becken ist ein tektonisch eingesenktes, lößbedecktes, zwischen 150 m und 200 m hohes, flaches Hügelland. Das Weilburger Lahntal ist ein 40 - 80 m tief in die Rumpffläche eingeschnittenes Trogtal mit steilen, bewaldeten Hängen. Diese beiden Täler begrenzen den östlichen Hintertaunus nach Norden zum Westerwald, eine 500 bis 600 m hohe Basaltfläche, die sich in den Oberwesterwald und den Hohen Westerwald gliedert. Begrenzt wird der Westerwald nach Osten hin durch das Dilltal. An welches sich in östlicher Richtung das Lahn - Dill - Bergland anschließt, das im Süden, Osten und Norden von der Lahn umflossen wird. Es handelt sich um eine waldreiche Mittelgebirgslandschaft mit maximalen Höhen bis 600 m. Der westlich daran anschließende Burgwald stellt ein Buntsandsteinplateau von knapp 400 m Höhe dar.
Das südlich der Oberhessischen Schwelle und des Burgwaldes gelegene Amöneburger Becken besteht aus der etwa 200 m hoch gelegenen Grünlandaue der Ohmsenke, dem sich südlich daran anschließenden Löß - Hügelland sowie dem 160 m hohen Basaltkegel der Amöneburg. Das Marburg - Gießener Lahntal umfasst im Norden das Marburger Bergland (bis 450 m). Im Süden schließt sich das Gießener Becken an.
Östlich des Lahntals liegt der Vogelsberg, der sich in den Vorderen, den Unteren und den Hohen Vogelsberg gliedert. Der Untere Vogelsberg bildet einen zwischen 300 und 500 m hoch gelegenen Ring um den Hohen Vogelsberg. Der Hohe Vogelsberg bildet das Zentrum der Erhebung mit dem Taufstein als höchsten Punkt (775 m).
Fließgewässerlandschaften und Hydrographie
Die Lahn entspringt im Lahn - Eder - Bergland und mündet bei Lahnstein im oberen Mittelrheintal in den Rhein. Das oberirdische Einzugsgebiet umfasst bei einer Fließlänge von 244 km des Gewässers eine Größe von ca. 5931 km² von denen 4756,6 km² auf hessisches, 992,7 km² auf rheinland-pfälzisches und 181,3 km² auf nordrhein-westfälisches Gebiet fallen. Der mittlere Gebietsniederschlag beträgt 810 mm pro Jahr. Für den Pegel Leun (AEo: 3.570,0 km²) wird eine mittlere Abflusshöhe von 293 mm/a angegeben, welche einem mittleren Jahresabfluss (MQ) von 32,4 m³/s bzw. einer Abflussspende von Mq = 9,07 l/(s*km²) entspricht. Die wichtigsten Zuflüsse der Lahn sind die Ohm (AEo: 983,76 km²), in die Gewässer aus dem Vorderen Vogelsberg (basaltische Vulkanite) und dem Burgwald (Wohra) zufließen und die Dill (AEo: 717,77 km²), die Teile des Gladenbacher Berglandes und des Hohen Westerwaldes entwässert. Ein kleineres, in die Untere Lahn einmündende Gewässersystem ist der Elbbach (AEo: 323,69 km²).
Politische Einheiten
Das Bearbeitungsgebiet Mittelrhein - Teil Hessen liegt in den Dienstbezirken der Regierungspräsidien Kassel, Gießen und Darmstadt. Federführende und koordinierende Stelle für die Erstellung des Bewirtschaftungsplanes Mittelrhein und die konkrete Erarbeitung der Bestandsaufnahme ist das Regierungspräsidium Gießen, Abteilung Staatliches Umweltamt Wetzlar (RPU Wetzlar). Der Schwerpunkt der Arbeiten in der hessenweiten Umsetzung liegt darin, die Zuarbeit der beteiligten RPUen (Kassel, Marburg, Frankfurt und Wiesbaden) zu koordinieren. Soweit für die Bestandsaufnahme Angaben der Unteren Wasserbehörden oder anderer Fachdienststellen erforderlich sind, unterstützen diese das koordinierende RPU und stellen die entsprechenden Daten und Informationen zusammen. Eine Auflistung der beteiligten Landkreise liefert der ebenfalls auf der Projekthomepage eingestellte Steckbrief. Im Einzugsgebiet liegende größere Städte sind u.a. Marburg, Gießen, Wetzlar, Dillenburg und Wiesbaden.
Sonstige beschreibende Merkmale
Ab Gießen ist die Lahn stromabwärts auf einer Länge von 136 km bis zur Mündung in den Rhein als Bundeswasserstraße ausgebaut. Die Schifffahrt wurde 1981 jedoch offiziell eingestellt (mit Ausnahme von Fahrgast- und Freizeitschifffahrt). Ab der Staustufe Limburg ist die Lahn stromabwärts auf einer Länge von 66 km vollständig staureguliert.
Im hessischen Einzugsgebiet der Lahn leben ca. 1,0 Millionen Einwohner bei einer durchschnittlichen Einwohnerdichte von 210 E/km². Die höchsten Bevölkerungsdichten weisen die mittelhessischen Beckenlagen (Gießen ca. 1000 E/km², Wetzlar und Limburg > 520 E/km²) sowie der Kreis Marburg Biedenkopf (> 520 E/km²) auf (Landesmittel: 286 E/km²). Die wichtigste Ost-/Westverbindung stellt zwischen Gießen - Wetzlar - Limburg (Region Mittelhessen) die B 49 dar, die zwischen Wetzlar und Limburg vierspurig ausgebaut wird. In der Raumordnungskonzeption des Regionalplans Mittelhessen (RP-Gießen 2001) wird die Nord-/Südverbindung in Form der B 54 als überregionale Verbindung definiert, da sie die Planungsregionen Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verbindet und entsprechende Verkehrsmengen aufweist. Die wichtigste Autobahnverbindung stellt die A 3 dar, die den Raum Köln/Bonn mit dem Rhein/Main Gebiet verbindet. Parallel zu dieser Hauptverbindungsachse verläuft die ICE-Neubaustrecke mit Bahnhof in Limburg, wodurch Mittelhessen einen Zugang zum europäischen Schnellbahnnetz erhält. Als weitere Verbindungen sind die A 45 und die A 5 für den nord-/östlichen Teil des Mittelrheingebietes zu nennen.
Stand: 07. Juli 2005
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